Here comes the sun

Es ist Sonntag, es regnet. Ein Grund für schlechte Laune? Nein. Die Sonne wird schon wieder kommen.

Und ich habe fritz kola, frisch lackierte Fußnägel, ich muss nichts tun und ich schaue mir auf You Tube Videos meiner allerliebsten Retro-Gute-Laune-Songs an. Mein Heilmittel bei mittelschweren Fällen von Weltschmerz und Mimimimimi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daisy & ich

Vor zehn Jahren hat ein Typ, den ich gerade ein paar Stunden kannte, auf meine Füsse geguckt und „du hast ja auch eher so Daisy-Duck-Füsse“ gesagt. Ich war erst irritiert, dann beleidigt (ich hatte rote Sneaker an, die ich wirklich mochte). Schließlich musste ich lachen und wir wurden Freunde. Seitdem heissen meine Füsse Daisy-Duck-Füsse, denn der Name passt perfekt. Ich habe kleine breite Füsse, nicht ganz, aber doch etwas rund. Offiziell bestätigt wurde das beim Kauf von Laufschuhen als der Verkäufer nach dem Messen meiner Füsse mitleidig guckte und ins Lager ging, um nach breiter geschnittenen Modellen zu suchen. 

Natürlich gibt es Probleme, die wesentlich schlimmer sind, die tatsächlich Probleme sind, aber wirklich hübsche, schmale Schuhe zu tragen ist mit Daisy Ducks Füssen nicht drin. Keine hochhakigen Riemchensandalen, keine spitzen Pumps, überhaupt nichts was irgendwie schmal zuläuft und/oder tief ausgeschnitten und/oder mit Riemchen über dem Fussrücken verbunden ist – bei Louboutins bin ich nicht nur finanziell raus. Wenn ich es mit solchen Schuhen versuche, leide ich Höllenqualen. Es heisst zwar, wer schön sein will muss leiden, aber nö, nicht für mich. Ich verbringe solche Abende damit, mit verkniffenem Mund auf den Boden zu starren und nicht daran zu denken, wie meine armen Füsse nachher wohl aussehen werden. Rohes Fleisch, ganz bestimmt, wenn sie nicht sofort abfallen. Unmöglich, sich dabei zu amüsieren. Unmöglich, dabei gut auszusehen. Unmöglich, dass ein Mann das sexy finden kann.

Zum Glück hat die Welt ein Einsehen und es gibt durchaus Schuhe, die ich tragen kann. Solche, die dafür sorgen, dass der Mann auf der Strasse einen entsetzen Blick auf meine Füsse wirft und „O je, du hast vergessen Schuhe anzuziehen!“ ruft. Birkenstocks, Modell Gizeh. Kindersandalen in Erwachsenengröße von Saltwater. Silberne Espandrilles. Ausgelatschte Ballerinas. Ich liebe all diese Schuhe, trage sie immer und zu allem, den ganzen Sommer lang, aber für gewisse Anlässe sind sie doch nicht das Richtige. Hochzeiten zum Beispiel. Und in 3 Wochen steht eine an, meine liebe Freundin K heiratet mit Kirche und allem. Oh oh, jetzt wird’s ernst. Ich hab‘ schon mindestens drei Dutzend Paare anprobiert und bin an allen gescheitert. Einmal sass eine Frau neben mir, die jammerte, dass ihr jeder Schuh vom Fuss fällt, weil sie so schmale Füsschen hat, während mir ein sehr schöner, perfekt zum Kleid passender spitzer Ballerina mit Fesselriemchen in dunkelblau-rosé an der grossen Zehe baumelte, weiter kam ich gar nicht erst rein. Grmpf. Vielleicht sollte ich mal bei Daisy anrufen und fragen, wo sie ihre runden Pumps kauft.

2014-06-19 16.50.10

Birkenstock-Füsse. Mit Essie-Nagellack „Watermelon“.

Alles nur geklaut

Ich liebe Coverversionen. Besonders solche, die sich völlig vom Original unterscheiden. Cover von Songs, die ich im Original nicht besonders mag. Zum Beispiel „You’re the one that I want“ in der Version von Angus & Julia Stone. Cover, die aus fröhlichen Songs tieftraurige Balladen machen. Wie Scott Matthew aus „I wanna dance with somebody“; und wie er bei dieser Live-Version alle zum Mitsingen bringt, herrlich. Durchgeknallte Versionen von Powerballaden. Wie „Total eclipse of the heart“ von Hurra Torpedo. Leider kann nicht garantiert werden, dass keine Haushaltsgeräte zu Schaden kamen. Dafür gibt es ein 1a-Maurerdekollete im Video.

 

 

 

 

 

Angefangen hat alles hiermit:

 

 

Biffy Clyros Version von Rihannas „Umbrella“, die mir mein Schwager einst gegeben hat. Danke dafür. Mein Schwager ist einer von den Guten!

 

 

 

 

Lasst Mode sprechen

Seit einiger Zeit, versucht die Mode mich zu überreden, wieder T-Shirts mit Aufdruck zu tragen. So wie früher, als Teenager. In den späten 80ern und frühen 90ern habe ich meine Band-T-Shirts GELIEBT! Zum Beispiel das von Guns N‘ Roses . Oder das von den Ärzten. Ich hatte auch ein paar von Bands, die ich überhaupt nicht mochte, auf die aber mein jeweiliger Schwarm voll abfuhr. Erinnert sich jemand außer mir noch an die Heftchen, die immer den Zeitschriften beilagen? Man konnte Poster und Shirts bestellen und je mehr man bestellte, desto billiger wurde es, und deshalb gingen Listen in der Klasse rum und alle Mädchen haben mindestens ein Poster mit einem dieser heulenden Clowns drauf bestellt? Damals, bevor es das Internet gab, und bevor man bei all den Highstreet-Ketten Band-Shirts kaufen konnte (armer Kurt, armer Tupac, ich bin sicher, ihr rotiert in euren Gräbern). Puh, ich bin alt.

So ungefähr mit dem Ende der Pubertät habe ich aufgehört, Aufdrucke zu tragen, ohne dass mir etwas gefehlt hätte.

Aber seit einer Weile sind sie wieder da und es gibt da ein paar wirklich schöne. Die an gut gestylten schönen Menschen auch wirklich schön aussehen.

In meinem Instgram-Feed ist zum Beispiel dieses Shirt aufgetaucht:

Und dieses:

 

Große Wahrheiten auf grauen T-Shirts. Ich war kurz davor, sie in meinen Warenkorb zu legen, aber dann habe ich überlegt. Stimmt das denn? Vielleicht würde mir joggen ja total Spaß machen, wenn mein kaputtes Knie nicht wäre. Und vielleicht würden mich die Leute angucken und denken „tja, das sieht man, das du keinen Sport machst, da musst du nicht stolz drauf sein“. Und eigentlich sage ich gar nichts, wenn ich hungrig bin, außer „ich hab‘ soooo Hunger“. Das wäre also total gelogen. Außerdem – zutiefst oberflächlich, aber wahr: wenn ich an T-Shirts mit Aufdrucken denke, geht in meinem Kopf eine Schublade auf. Und da sind eben keine Moderedakteurinnen/-bloggerinen/Streetstyleikonen drin, sondern dicke Männer, die T-Shirts tragen, auf denen „Bier formte diesen wunderschönen Körper“ oder „FBI – Female Body Inspector“ steht. Und Frauen, von deren gigantischen Brüsten blauäugige Wölfe nachdenklich in die Welt gucken. Diese Frauen tragen zweifarbige Frisuren (pink/schwarz, blond/braun) und zu enge Leggins. Die Schublade ist sehr voll, weil auch ganz viele Junggesellen-Abschiede drin sind: „Da freue ich mich auf die Stripperin und was bekomme ich? Dieses T-Shirt“. „Ich will und er hat zu wollen – Germany’s Next Topwife“. Oh nein.

Solche Überlegungen haben mich auch davon abgehalten, auch nur in Erwägung zu ziehen, das Iron Girl-Shirt von Rika zu erwerben, egal wie hübsch sie an Helena Christensen (HELENA!) aussehen oder wie schön diese Fotostrecke (wie toll ist bitte Julianne Moore?) ist. Es käme mir falsch vor. Gelogen. Ich bin kein Iron Girl, ich fürchte mich vor vielem. Ich hab‘ mit Tigern nichts am Hut. Ich war noch nie in Tokyo, ich hab‘ nicht mal „Lost in translation“ bis zum Ende geguckt.Über solche Dinge denke ich wirklich nach, manchmal glaube ich, ich habe sie nicht mehr alle. Ist doch nur Mode, sieht doch hübsch aus. Sind doch nur T-Shirts, ist doch egal, dass es nicht stimmt. Aber ich kann nicht anders.

Nur mein altes I ❤ NY-Shirt kann ich ohne Grübeleien anziehen. Da war ich schließlich schon ein paarmal, ich habe es in New York gekauft und ich liebe New York wirklich. Und ansonsten laufe ich einfach weiter unbeschriftet durch die Welt.

 

 

Alles auf Start

Test, test. Dies ist ein Neustart. Kann mich jemand hören?

Die letzten Monate waren anstrengend. Es ist viel passiert, einiges gut, anderes ganz schlimm und es ist nicht mehr so, wie es war. Ich habe so richtig was gelernt, gewonnen und verloren. Nicht freiwillig, aber: es ist wie es ist. Que sera, sera, whatever will be, will be. Doris, you said it right.

Jetzt heisst es zurück ins Leben, erstmal aufräumen und sortieren. Was ist unrettbar kaputt und muss weg? Was will ich behalten? Auch das Bloggen stand auf dem Prüfstand. Aber ich habe gemerkt: nee, das kann nicht weg, das will ich behalten, es hat mir gefehlt.

Aber ein bisschen Neuanfang soll dabei sein, deshalb der Umzug. Tada, ich bin wieder hier.

 

 

Neue Schuhe habe ich übrigens auch. Als Silberstreif am Horizont.

2014-06-12 13.29.54