A belated happy birthday

Udo Jürgens begleitet mich schon lange. Sehr lange. Als ich klein war sogar in die Ferien. Wir sind damals jedes Jahr in unserem klapprigen grünen VW Passat nach Jugoslawien (ja, so hiess das damals noch) gefahren. 1387 Kilometer bis nach Dubrovnik. Mit dabei: drei kleine Mädchen, die sich auf der Rückbank zanken und zetern, Mama, die im Sekundentakt Wurstbrötchen, knallgelbe Limonade und Schimpfe verteilt, Papa, der hofft, dass die Koffer auf dem Dach halten und regelmäßig schreit, dass alle die Klappe halten sollen. Und Udo, der dazu singt. „Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde… Aber bitte mit Sahne… Der Teufel hat den Schnaps gemacht, um uns zu verderben…Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii…“

Udos Lieder waren mit die ersten, die ich auswendig konnte, neben dem Lied der Schlümpfe und „Dsching Dsching Dschingis Khan, he Reiter, ho Reiter, he Reiter immer weiter…“. Meine heisse Liebe zu den Schlümpfen ist irgendwann erkaltet, auch wenn in irgendeinem Karton auf dem Dachboden noch pilzförmige Schlumpfhäuser, Schlumpfschaukeln und Schlumpfbäume schlummern und ich mit Wehmut an die Schlumpftapete in unserem Kinderzimmer denke. Meine heisse Liebe zu Dschingis Khan ist nicht nur erkaltet, sie ist mir auch ein wenig bis sehrsehrsehr peinlich. Aber he, zu meiner Verteidigung, ich war sechs Jahre alt und empfand diese hüpfenden singenden Menschen in ihren Glitzerkostümen als ungeheuer glamourös und außerdem haben sie  – im Gegensatz zu den ebenfalls glitzernden ABBA – in einer Sprache gesungen, die ich verstand „denn wir sind Mongolen, HA HA HA HA“.

Aber die Liebe zu Udo, die ist geblieben. Na ja, sie ist wieder entflammt, in der Pubertät fand ich ihn natürlich scheisse, alter Mann, die Eltern mögen den, geht gar nicht. Aber dann, irgendwann, ging er wieder.

Und jetzt ist er 80 geworden, der Udo. Aus diesem Anlass haben der Mann und ich vor ein paar Tagen in der (übrigens sehr empfehlenswerten) arte Mediathek den Film „Der Mann, der Udo Jürgens ist“ gesehen. Und war ganz gerührt. An einer Stelle singt er mit und für seine Tochter.

„Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden und eine Hand die Deine hält. Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden und dass Dir nie die Hoffnung fehlt. Und dass Dir Deine Träume bleiben und wenn Du suchst nach Zärtlichkeit, wünsch ich Dir Liebe ohne Leiden und Glück für alle Zeit.“

Da musste ich weinen.

Chin chin, Udo. Auf Dich! Und Deine großen Wahrheiten:

Dein Fangirl

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