Wild

Im Kino gewesen.

Geweint. Gelacht. Gestaunt.

Noch immer ganz verstrahlt.

Und einen Ohrwurm mitgebracht.

Überhaupt der Soundtrack.

Suzanne. Glorybox. Tougher Than The Rest. Red River Valley, gesungen von diesem kleinen Jungen.

#Okkas Fragen 6

Frage #11. Das allererste Buch, das dir viel bedeutet hat?

Für meine Kindheit extrem prägend war das Lesen lernen – ich war von Anfang an Feuer und Flamme und habe gelesen, gelesen, gelesen. Jedes Buch eine neue Welt, in die ich eintauchen konnte, wow.

Ich war so ein Kind, das nach dem elterlichen Befehl „Licht aus“ mit roten Backen und einer Taschenlampe die ganze Nacht unter der Bettdecke gelesen hat, weil ich unbedingt wissen musste, wie es ausgeht.

Meine Lieblingsbücher habe ich mir immer und immer wieder aus der Bücherei geholt und gelesen bis ich sie auswendig konnte. Am allerliebsten die von Astrid Lindgren. Und mein Lieblingsbuch von ihr war „Madita“. Ich habe auch die anderen verschlungen, aber „Madita“ habe ich geliebt. Jeden Abend vor dem einschlafen habe ich mir vorgestellt, Madita zu sein. Ich wollte in Schweden wohnen, eine Alva haben, die mir Zuckerbrezeln backt, ich wollte solche Kleider und Schürzen tragen, ich wollte über einen vereisten Fluss nach Appelkullen schlittern und eine Katze namens Gosan haben.

 

#Okkas Fragen 5

Frage #10. Ein Buch, das dir viel bedeutet?

Unter meinen Konfirmationsgeschenken war neben den heiß ersehnten Umschlägen mit Geld für die zu erstehende Stereoanlage auch ein 20-Mark-Gutschein für die lokale Buchhandlung. Ich stand lange vor den Regalen und wusste nicht, was ich mir holen sollte. Ich war vierzehn, dem „Hanni und Nanni“/“Dolly“-Alter entwachsen, aber noch nicht so richtig bereit für Erwachsenenliteratur. Weil mir der Umschlag gefallen hat, habe ich mir schließlich „Die Nebel von Avalon“ von Marion Zimmer-Bradley gekauft. 14,99 DM, so viel hatte ich noch nie für ein Buch ausgegeben. Für ein Taschenbuch! In den folgenden Jahren habe ich das Buch bestimmt 20 Mal gelesen, es hat mich in jeden Urlaub begleitet, es lag immer auch meinem Nachttisch und ich kann heute noch daraus zitieren. Auch wenn ich es seit Jahren nicht mehr gelesen habe und mir das pseudo-feministische Geschreibsel heute fremd ist, bedeutet mir das Buch immer noch viel. Weil ich es schön finde, wie sehr ich für dieses Buch gebrannt habe und weil ich mir wünsche, mal wieder derart von einem Buch gefangen genommen zu werden.

 

#Okkas Fragen 1

Die tolle Okka hat auf ihrem Blog Slomo angefangen, Fragen zu stellen. Weil ich die Idee großartig finde und sowieso einen Tritt in den Hintern gebraucht habe, um den Laden hier endlich mal wieder aufzusperren mache ich mit.

Natürlich verspätet, aber besser spät als nie.

  1. Wohin willst du? Momentan hierhin: Ohne TitelDer Winter ist so schnell gekommen, ich habe einfach nicht genug Wärme und Sonne abbekommen.
  2. Das beste Gewürz? Warum?Mein Lieblingsgewürz ist Zimt. Schon der Geruch ist wie eine warme, weiche, tröstende Umarmung. Menschen, die Zimt nicht mögen, stehe ich erstmal skeptisch gegenüber. Nur meinem Freund S nicht, denn der hat ein zimtbasiertes Kindheitstrauma, das vermutlich nur Katholiken nachvollziehen können. Und seine Fähigkeit aus einem an diversen Aromen nicht armen Trifle eine Messerspitze Zimt nach nur einem Löffel herauszuschmecken, ist anerkennenswert.
  3. Was kannst du dir nicht verzeihen?Mein guter Vorsatz, also überhaupt und nicht nur für’s neue Jahr, ist weniger streng zu mir zu sein. Mich nicht immer blöd, ungeduldig, faul, optimierbar finden. Mir mehr verzeihen. Und deshalb versuche ich, überhaupt nicht daran zu denken, was ich mir nicht verzeihen kann.
  4. Wenn du dich für ein Parfüm entscheiden müsstest, welches wäre das?Chanel No. 5.
  5. Warum nicht? Ja, warum eigentlich nicht? Da fällt mir der Satz ein, der auf dieser Postkarte, die ich im Büro hängen habe, steht: if it scares you, it might be a good thing to try. Allerdings ist Angst ein verdammt starker Gegner.
  6. Ein Mensch, jenseits deiner Familie, der in deiner Kindheit wichtig war?Gelten auch fiktive Menschen? Wenn ja: die rote Zora war meine Heldin. Erst die aus der Fernsehserie, dann auch die aus dem Buch (eine hervorragende Lektüre auch für Erwachsene!). Vielleicht liegt es an meinen serbischen Wurzeln, dass ich sie so toll fand. Auch wenn ich viel zu scheu gewesen wäre, um die Anführerin einer Kinderbande zu sein. Ich mochte auch Pippi Langstrumpf, aber relativ schnell wurde mir klar, dass ich nicht Pippi wäre, sondern Annika. Ich war schon immer vernünftig und mochte meine Schuhe gern trocken. Heute wäre ich vermutlich Fräulein Prusselise.

A belated happy birthday

Udo Jürgens begleitet mich schon lange. Sehr lange. Als ich klein war sogar in die Ferien. Wir sind damals jedes Jahr in unserem klapprigen grünen VW Passat nach Jugoslawien (ja, so hiess das damals noch) gefahren. 1387 Kilometer bis nach Dubrovnik. Mit dabei: drei kleine Mädchen, die sich auf der Rückbank zanken und zetern, Mama, die im Sekundentakt Wurstbrötchen, knallgelbe Limonade und Schimpfe verteilt, Papa, der hofft, dass die Koffer auf dem Dach halten und regelmäßig schreit, dass alle die Klappe halten sollen. Und Udo, der dazu singt. „Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde… Aber bitte mit Sahne… Der Teufel hat den Schnaps gemacht, um uns zu verderben…Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii…“

Udos Lieder waren mit die ersten, die ich auswendig konnte, neben dem Lied der Schlümpfe und „Dsching Dsching Dschingis Khan, he Reiter, ho Reiter, he Reiter immer weiter…“. Meine heisse Liebe zu den Schlümpfen ist irgendwann erkaltet, auch wenn in irgendeinem Karton auf dem Dachboden noch pilzförmige Schlumpfhäuser, Schlumpfschaukeln und Schlumpfbäume schlummern und ich mit Wehmut an die Schlumpftapete in unserem Kinderzimmer denke. Meine heisse Liebe zu Dschingis Khan ist nicht nur erkaltet, sie ist mir auch ein wenig bis sehrsehrsehr peinlich. Aber he, zu meiner Verteidigung, ich war sechs Jahre alt und empfand diese hüpfenden singenden Menschen in ihren Glitzerkostümen als ungeheuer glamourös und außerdem haben sie  – im Gegensatz zu den ebenfalls glitzernden ABBA – in einer Sprache gesungen, die ich verstand „denn wir sind Mongolen, HA HA HA HA“.

Aber die Liebe zu Udo, die ist geblieben. Na ja, sie ist wieder entflammt, in der Pubertät fand ich ihn natürlich scheisse, alter Mann, die Eltern mögen den, geht gar nicht. Aber dann, irgendwann, ging er wieder.

Und jetzt ist er 80 geworden, der Udo. Aus diesem Anlass haben der Mann und ich vor ein paar Tagen in der (übrigens sehr empfehlenswerten) arte Mediathek den Film „Der Mann, der Udo Jürgens ist“ gesehen. Und war ganz gerührt. An einer Stelle singt er mit und für seine Tochter.

„Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden und eine Hand die Deine hält. Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden und dass Dir nie die Hoffnung fehlt. Und dass Dir Deine Träume bleiben und wenn Du suchst nach Zärtlichkeit, wünsch ich Dir Liebe ohne Leiden und Glück für alle Zeit.“

Da musste ich weinen.

Chin chin, Udo. Auf Dich! Und Deine großen Wahrheiten:

Dein Fangirl

Sleepless in the 90ies

Für die kompletten Neunziger lautete mein Motto „schlafen kann ich, wenn ich tot bin“.

Schlafen war Zeitverschwendung. Auch nur einen Abend zu Hause bleiben war TOTALE Zeitverschwendung. Keine Zeitverschwendung war es, jeden Abend in einen anderen Club oder auf ein anderes Konzert zu gehen und bis mindestens 3 Uhr morgens unterwegs zu sein. Um 6 Uhr aufstehen? Kein Problem, zwei Stunden Schlaf reichen locker, um mit einem Kater fertig zu werden und so ein bisschen Restalkohol hat auch noch keinem geschadet. Ich hatte noch so manch‘ anders Motto in den 90ern, ich LIEBTE Zitate, Gedichte, Aphorismen und so weiter. Und weil wir damals mangels Internet ganz ohne Pinterest & Co. dastanden, haben wir uns Kalender gebastelt, aus Notizbüchern, die wenn sie fertig waren, doppelt so dick wie vorher und vollgestopft mit Sprüchen und Bildern waren.

 

„It’s better to burn out than to fade away“. (Neil Young; Hey, Hey, My, My (Into the Black))

„There are things known and things unknown and in between are the doors“.  (Ray Manzarek)

„But I don’t want comfort. I want God, I want poetry, I want real danger, I want freedom, I want goodness. I want sin“. (Aldous Huxley; Brave New World)

„To be nobody but yourself in a world which is doing its best, night and day, to make you everybody else means to fight the hardest battle which any human being can fight and never stop fighting“. (E. E. Cummings; A Poet’s Advice)

 

Ich vermisse die Kalender. Ich vermisse die Freiheit, die mir meine „Nach mir die Sintflut“-Haltung gab. Ich vermisse es, Nächte durchzufeiern, ohne mindestens eine Woche ausgeknockt zu sein. Ich möchte nicht nochmal zwanzig sein, aber ach, Nostalgie, ich vermisse die 90er. Zumindest manchmal. Nicht die 90er, die 20-Jährige heute toll finden, mit Spice Girls Look und Plateau-Buffalos, nein, dieser Kram war damals schon albern und geschmacklos.

Ich vermisse MEINE 90er, die so prägend für mich waren. 18 werden, Abitur machen, bei den Eltern ausziehen, 20 werden, jung sein, die Welt besitzen (auch wenn die voll scheiße war, total den Bach runterging und niemand einen verstanden hat).

Ab dem 19.07. gibt Arte mir und allen, denen es ähnlich geht mit dem „summer of the 90ies“ die Chance, eine kleine Zeitreise zurück in „das schlaflose Jahrzehnt“ zu machen. Es gibt Dokumentationen und Filme (unter anderem meinen geliebten Reality Bites am 20.07., ach Winona, meine rehäugige Heldin, ich wäre so gerne wie du gewesen), es geht um Ereignisse, Menschen, Mode und ganz viel um Musik. Grunge. Techno. Britpop. Nu Metal. Und ja, auch Eurodance, Girlpower und Boybands, irgendwas ist ja immer. Trotzdem lohnt es sich mal reinzugucken.

Here comes the sun

Es ist Sonntag, es regnet. Ein Grund für schlechte Laune? Nein. Die Sonne wird schon wieder kommen.

Und ich habe fritz kola, frisch lackierte Fußnägel, ich muss nichts tun und ich schaue mir auf You Tube Videos meiner allerliebsten Retro-Gute-Laune-Songs an. Mein Heilmittel bei mittelschweren Fällen von Weltschmerz und Mimimimimi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles nur geklaut

Ich liebe Coverversionen. Besonders solche, die sich völlig vom Original unterscheiden. Cover von Songs, die ich im Original nicht besonders mag. Zum Beispiel „You’re the one that I want“ in der Version von Angus & Julia Stone. Cover, die aus fröhlichen Songs tieftraurige Balladen machen. Wie Scott Matthew aus „I wanna dance with somebody“; und wie er bei dieser Live-Version alle zum Mitsingen bringt, herrlich. Durchgeknallte Versionen von Powerballaden. Wie „Total eclipse of the heart“ von Hurra Torpedo. Leider kann nicht garantiert werden, dass keine Haushaltsgeräte zu Schaden kamen. Dafür gibt es ein 1a-Maurerdekollete im Video.

 

 

 

 

 

Angefangen hat alles hiermit:

 

 

Biffy Clyros Version von Rihannas „Umbrella“, die mir mein Schwager einst gegeben hat. Danke dafür. Mein Schwager ist einer von den Guten!