Copy Cake

Vor ein paar Wochen hat Okka so schön über diesen Kuchen geschrieben, dass ich ihn sofort nachbacken musste. Das macht sie immer, auf eine Weise über Essen (und nicht nur Essen) schreiben, dass ich mich sofort verliebe.

Das Rezept stammt aus dem Buch „Natürlich backen mit Amber Rose“ von – logischerweise – Amber Rose, über das ich schon sehr viel Gutes gelesen habe. Am Anfang war ich irritiert. Denn: Amber Rose? Das ist doch dieses tätowierte Model mit den raspelkurzen Haaren und dem großen Po, das sich gerne mit sehr wenig und dennoch ausnehmend geschmackloser Kleidung und in Gesellschaft von Kanye West zeigt? Die hat ein Backbuch geschrieben? Was es nicht alles gibt. Dann hat sich herausgestellt, dass es sich bei der Autorin um eine ganz andere Amber Rose handelt, und ich war ein bisschen erleichtert.

Wie auch immer, der Kuchen war genauso gut wie von Okka beschrieben.

Und wie sich rausgestellt hat, kann man ihn auch ganz hervorragend mit Zwetschgen backen.

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Wanderlust

Wandern ist furchtbar. Das Schlimmste. Was für Bekloppte. So anstrengend. Und die Schmerzen, oh diese Schmerzen. Wandern macht alt, am Ende des ersten Tages bin ich mindestens hundert und fest davon überzeugt, die letzten Meter bis zum Hotel auf keinen Fall zu schaffen. Nie wieder laufen zu können. Die Schmerzen. Jeder Schritt ein Messerstich in die Hüfte und dann zieht der Schmerz bis zu den Zehen. Die Schuhe wiegen eine Tonne und machen es unmöglich, die Füsse zu heben. Und warum ist der Rucksack auf einmal so schwer, ich habe doch fast nichts eingepackt. Dennoch wird er mit jedem Schritt schwerer. Meine armen Schultern, mein armer Rücken, aua, aua. Das halte ich nicht aus, keinen Tag mehr, keine Stunde mehr, keine Minute mehr.

Mindestens dreimal am Tag frage ich mich, warum ich mir das antue. Wer von uns auf diese bescheuerte Idee gekommen ist, ich ganz sicher nicht. Die ganze Zeit in hässlichen Schuhen durch den Wald latschen, immer aufpassen müssen, dass man nicht über so eine dämliche Wurzel stolpert oder auf einem glitschigen Stein ausrutscht – und das soll Urlaub sein? Ernsthaft? Im Urlaub schläft man lange, trödelt vor sich hin, isst Eis und Melone und lässt den Tag in einem hübschen Kleid mit einem kühlen Drink in der Hand auf einer Dachterrasse ausklingen. Und ich? Ich laufe. Entweder mit stechenden Lungen bergauf oder mit schmerzenden Beinen bergab, eins ist schlimmer als das andere und außerdem tut mir jetzt auch der Kopf weh. Wandern ist echt furchtbar.

Manchmal ist es auch furchtbar traurig. Weil es die vielen gemütlichen Gasthäuser, auf die ich hoffe, nicht mehr gibt. Wir finden zwar das „Lamm“, den „Hirschen“, die „Traube“ in jedem Ort, durch den wir laufen, aber den erträumten Zwiebelrostbraten gibt es nicht. Entweder gammeln die Häuser einsam vor sich hin oder ein Döner-/Pizza-Haus, eine Sisha-Lounge, ein Sportwetten-Center hat sich dort breitgemacht. 

Wandern ist großartig. Das Großartige überwiegt das Furchtbare bei Weitem. Denn man wird belohnt, immer und immer wieder:

Mit gewundenen kleinen Waldpfaden, auf denen man nie jemandem begegnet. Mit der großen Stille, die dort herrscht. Mit Brombeeren vom Wegesrand. Mit Zwetschgen (oder Pflaumen?), geklaut aus verlassenen Gärten. Mit jungem Mais direkt vom Feld. Mit Sonnenaufgängen, wie sie schöner nicht sein können. Mit einem Sternenhimmel, wie er in der Stadt nie zu sehen ist, ich wusste gar nicht mehr, wie viele Sterne da oben sind. Mit der Achtsamkeit, die man auf einmal hat. Für das Gezwitscher der Vögel, für Ameisenstrassen, für Käfer beim Balztanz, für Blumenwiesen.

Mit dem Anblick von Hasen, die früh am Morgen über den Weg hoppeln. Mit Enten, die erstmal miteinander diskutieren, ob sie den Weg freimachen sollen oder nicht. Zum Glück haben sie sich dafür entschieden, ich wäre einer Entenarmee hilflos ausgeliefert gewesen, na ja, die Schmerzen…

Mit Zimmern in Gasthöfen und Hotels, deren Einrichtung nicht weiter von angesagtem skandinavisch-reduziertem Design entfernt sein könnte. Dort gibt es keine Möbel und Teppiche von Hay oder Eames, sondern dunkelbraune Holzklötze und orange-braune Auslegeware aus den 70ern, und im Bad weit und breit keine Kiehl’s- oder Aesop-Produkte, wenn überhaupt steht da nur eine halbleere Flasche Pfirsichseife. Dort hängen vergilbte Fotos von Blumen an der Wand oder Bilder von traurigen Clowns, die Flanellbettwäsche ist flauschig und riecht nach Lenor und immer steht da ein klobiger Fernseher. Manchmal  kriegen wir Arte rein, dann gibt es ein wenig Kulturprogramm, meistens bleibt es aber bei n24 und wir schlafen nach zehn Minuten zufrieden bei albernen Pseudo-Dokumentationen über Bruchlandungen auf dem Mars und Zeitreisen ein.

Mit dem großartigsten Eis der Welt, das es überraschenderweise in Bad Liebenzell gibt. Bei Francesco in der winzigsten Eisdiele der Welt. Ich würde für eine Kugel „geröstete Mandel“ tatsächlich noch einmal dorthin laufen. Und um „Butterkeks“ zu probieren. Ach Francesco.

Mit einer Wirtin, die uns nach dem perfekt gekochten Frühstücksei noch ein paar Äpfel aus dem Garten mit auf den Weg gibt.

Und mit dem phantastischen Gefühl, es geschafft zu haben. Dieses Gefühl kommt nach jedem „anstrengenden Anstieg“ (so nennt der Wanderführer das), am Ende jedes Tages und am Ende der Reise. Wow, ich habe es geschafft. Ein Ich-bin-die-Königin-der-Welt-Gefühl.

 

 

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Happy birthday?

Seltsam, Geburtstag zu feiern und das Geburtstagskind ist nicht da. Wird nie wieder da sein, keinen Kuchen mehr essen, sich nicht mehr über Geschenke freuen.

Trotzdem, es muss gefeiert werden, wegen der vielen schönen Geburtstage, die man gemeinsam verbringen konnte. Und Lieblingslieder gibt es auch.

Sommerliebe

Das Beste am Sommer? Eis essen. Am liebsten drei Mal am Tag. Minimum.

Meine Favoriten:

Dolomiti, alter Freund aus Kindertagen, der tatsächlich noch so schmeckt wie früher und so an lange Sommertage im Freibad erinnert, wo es für 50 Pfennig Eis und für 20 Pfennig eine Scheibe Ketchupbrot, groß wie ein Wagenrad, gab.

Zwei Kugeln Eis von der Lieblingseisdiele. Am liebsten Rakete, Wassermelonensorbet mit Zitrone und Zimt. Ein Eis, in das ich mich reinlegen könnte, ein Eis, für das es sich lohnt, Schlange zu stehen und eigentlich zu viel Geld auf die Theke zu legen. Dazu Karamell mit Salz. Oder Cookies. Oder Artischocke? Nein, das nicht. Auf jeden Fall Rakete.

Selbstgemachtes Eis am Stiel. Hier gesehen, sofort verliebt. Ein Eis, das aussieht wie ein Stück Wassermelone, Wahnsinn. Das muss ich haben. Gesagt, getan, nachgemacht. Leicht abgewandelt, ich habe den Limettensaft aus dem Originalrezept weggelassen und ganz stinknormale Kokosmilch verwendet.

 

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Man nehme (bei dieser  Form für 8 Eis):

  • ungefähr ein Viertel einer mittelgroßen Wassermelone, püriert

  • Kokosmilch

  • 2 Kiwis

Eis-am-Stiel-Formen zu ungefähr 2/3 mit pürierter Melone füllen. (Holz)Stiele rein, Deckel drauf und für mindestens 4 Stunden ins Gefrierfach.

Dann den Deckel entfernen, mittlerweile halten die Eisstiele auch so. Kokosmilch einfüllen und nicht vergessen, noch Platz für die Kiwi zu lassen. Ohne Deckel wieder für 4 Stunden ins Gefrierfach.

Zum Schluss die beiden Kiwi pürieren und die Mulden damit auffüllen. Schon wieder für ein paar Stunden ins Gefrierfach.

Aus der Form lösen, über das hübsche Eis freuen und den Sommer lieben.

 

Funkelmarie

Ich war nie ein Glitzermädchen, nie, nie nie. Keine Ahnung warum, aber ich bin glitzerresistent. Dachte ich. Ich mag es schlicht. In meinem Kleiderschrank findet sich schwarz und dunkelblau, grau und weiss, vielleicht ein paar Streifen oder Punkte, ansonsten ist alles klar und schnörkellos. Vielleicht habe ich das meiner Mutter zu verdanken, die mich und meine Schwestern in den 70ern höchst geschmackvoll einkleidete. Sie hat damals in Stuttgarts feinstem Bekleidungshaus am Platz gearbeitet und nicht selten musste sie am Monatsende Geld bezahlen statt welches zu bekommen, weil sie tütenweise Kinderkleidung nach Hause brachte. Mein Vater hat ihr erklärt, dass das eigentlich nicht der Sinn der Sache wäre, aber er hat ihr den Spass gelassen, ihre Töchter hübsch anzuziehen. Ganz ohne rosafarbenes Kätzchen-Geglitzer. Wo war ich? Ach ja, die Glitzerresistenz.

Von der war ich überzeugt, bis ich vor ein paar Wochen auf dem Heimweg an diesem Second Hand Laden vorbei kam. Ich gucke da immer ins Schaufenster, manchmal liegen da hübsche Sachen, manchmal denke ich „tja nun, nur weil Chanel drin steht, werden diese Treter auch nicht schön“. Ich war schon fast vorbei, da sah ich etwas glitzern und, was soll ich sagen, mein inneres Glamourgörl ist aufgewacht und es hat sofort angefangen zu nörgeln. „Bleib doch mal stehen!“ hat es gewispert, ganz leise, kaum hörbar, immerhin hat es vierzig Jahre geschwiegen. „Nö.“ habe ich erwidert. „Ich kenn‘ dich doch gar nicht, außerdem muss ich schnell zum Bäcker, sonst gibt’s kein Laugenbaguette mehr.“ Glamourgörl sagte nichts, bis zum nächsten Tag. „Heute guckst du dir die Schuhe aber mal genauer an!“ erklärte es und piekte mich in den Magen. „Autsch! Also gut.“ sagte ich und blieb vor dem Schaufenster stehen. Uff. Das waren mal Funkelschuhe. Nicht nur, dass sie gülden glitzerten, nein, es waren auch noch riesige Swarowski-Steine darauf. Und Schleifen. Mehr Gefunkel geht nicht. Überhaupt nichts für mich. Auf keinen Fall, ziehe ich nicht an. Glamourgörl war anderer Meinung. Mit jedem Tag, den ich sein Rufen ignorierte, wurde es böser. Es zeterte und trat und zwickte mich und haute mir seinen spitzen Ellbogen in die Leber, bis ich nicht mehr konnte. „Jetzt hör‘ mal gut zu, Glamourgörl, ich gehe heute in diesen Laden und gucke mir die Treter mal an. Aber bestimmt sind sie zu teuer und passen nicht, ich hab‘ nämlich so Daisy-Duck-Füsse, die gehen nur in Birkenstocks. Außerdem, sie gefallen mir nicht. Ich schau sie mir an, aber dann haust du ab, kapiert? Wir passen einfach nicht zusammen.“ Es nickte und freute sich. Am nächsten Tag ging ich also in diesen Laden und sah mir die Funkelschuhe an. 39 ½, also zu groß, danke tschüss, das war’s dann, auf Nimmerwiedersehen, Görl, wir haben es versucht. Glamourgörl zog eine Schnute, es war ganz traurig. Doch dann bekam es Hilfe von der russischen Verkäuferin. Sie sah mich mit den Schuhen in der Hand und beschloss, dass ich sie kaufen musste. Ich hatte überhaupt keine Chance, wie russischer Tennisspieler schmetterte sie jeden Einwand ab, während Glamourgörl auf und ab hüpfte und ihr zujubelte:

 

Eigentlich sind die mir zu gross, ich hab‘ Größe 38.“ „Quatsch, zu gross. Bei Ballerina ist gräßer immär bessär, wegen Anschwellen von die Fuss! Nähme Sie Einlage, Schuh ist ein Traum!“.

 

Aber ich weiss nicht so recht, ich trage eigentlich gar kein Glitzer.“ „Sie tragen Jeans?“ „Ähm, ja.“ „Dann tragen Sie auch diese Schuh. Ist ein Traum, ächte Hingucker!“

 

„Puh, tja, ich bin mir nicht sicher…“ „Sähn Sie Preis! 70 Euro! Ist Miu Miu, ist geschänkt! Ist ein Traum, missän Sie kaufen!“

 

Ein paar Minuten später stand ich mit einer Tüte auf der Strasse. Darin waren die Funkelschuhe.  Glamourgörl sagte: „Du wirst sehen, das wird ganz toll, die kannst du auf K.s Hochzeit anziehen, da hast du doch noch keine Schuhe für!“. „Ach halt doch einfach die Klappe, blöde Kuh!“, erwiderte ich. „Du hast ja schon gewonnen, ich hab‘ sie gekauft und ich zieh‘ sie an. Aber hoffentlich scheint bei der Hochzeit nicht zu sehr die Sonne, sonst werden alle blind und du bist schuld.“

Viel zu langer Rede, kurzer Sinn: Hallo, mein Name ist Silke und ich bin ein Glitzermädchen. Ich habe Funkelschuhe und ich liebe sie. Und am Tag der Hochzeit war es ziemlich bewölkt, puh.

 

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Sleepless in the 90ies

Für die kompletten Neunziger lautete mein Motto „schlafen kann ich, wenn ich tot bin“.

Schlafen war Zeitverschwendung. Auch nur einen Abend zu Hause bleiben war TOTALE Zeitverschwendung. Keine Zeitverschwendung war es, jeden Abend in einen anderen Club oder auf ein anderes Konzert zu gehen und bis mindestens 3 Uhr morgens unterwegs zu sein. Um 6 Uhr aufstehen? Kein Problem, zwei Stunden Schlaf reichen locker, um mit einem Kater fertig zu werden und so ein bisschen Restalkohol hat auch noch keinem geschadet. Ich hatte noch so manch‘ anders Motto in den 90ern, ich LIEBTE Zitate, Gedichte, Aphorismen und so weiter. Und weil wir damals mangels Internet ganz ohne Pinterest & Co. dastanden, haben wir uns Kalender gebastelt, aus Notizbüchern, die wenn sie fertig waren, doppelt so dick wie vorher und vollgestopft mit Sprüchen und Bildern waren.

 

„It’s better to burn out than to fade away“. (Neil Young; Hey, Hey, My, My (Into the Black))

„There are things known and things unknown and in between are the doors“.  (Ray Manzarek)

„But I don’t want comfort. I want God, I want poetry, I want real danger, I want freedom, I want goodness. I want sin“. (Aldous Huxley; Brave New World)

„To be nobody but yourself in a world which is doing its best, night and day, to make you everybody else means to fight the hardest battle which any human being can fight and never stop fighting“. (E. E. Cummings; A Poet’s Advice)

 

Ich vermisse die Kalender. Ich vermisse die Freiheit, die mir meine „Nach mir die Sintflut“-Haltung gab. Ich vermisse es, Nächte durchzufeiern, ohne mindestens eine Woche ausgeknockt zu sein. Ich möchte nicht nochmal zwanzig sein, aber ach, Nostalgie, ich vermisse die 90er. Zumindest manchmal. Nicht die 90er, die 20-Jährige heute toll finden, mit Spice Girls Look und Plateau-Buffalos, nein, dieser Kram war damals schon albern und geschmacklos.

Ich vermisse MEINE 90er, die so prägend für mich waren. 18 werden, Abitur machen, bei den Eltern ausziehen, 20 werden, jung sein, die Welt besitzen (auch wenn die voll scheiße war, total den Bach runterging und niemand einen verstanden hat).

Ab dem 19.07. gibt Arte mir und allen, denen es ähnlich geht mit dem „summer of the 90ies“ die Chance, eine kleine Zeitreise zurück in „das schlaflose Jahrzehnt“ zu machen. Es gibt Dokumentationen und Filme (unter anderem meinen geliebten Reality Bites am 20.07., ach Winona, meine rehäugige Heldin, ich wäre so gerne wie du gewesen), es geht um Ereignisse, Menschen, Mode und ganz viel um Musik. Grunge. Techno. Britpop. Nu Metal. Und ja, auch Eurodance, Girlpower und Boybands, irgendwas ist ja immer. Trotzdem lohnt es sich mal reinzugucken.

Here comes the sun

Es ist Sonntag, es regnet. Ein Grund für schlechte Laune? Nein. Die Sonne wird schon wieder kommen.

Und ich habe fritz kola, frisch lackierte Fußnägel, ich muss nichts tun und ich schaue mir auf You Tube Videos meiner allerliebsten Retro-Gute-Laune-Songs an. Mein Heilmittel bei mittelschweren Fällen von Weltschmerz und Mimimimimi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daisy & ich

Vor zehn Jahren hat ein Typ, den ich gerade ein paar Stunden kannte, auf meine Füsse geguckt und „du hast ja auch eher so Daisy-Duck-Füsse“ gesagt. Ich war erst irritiert, dann beleidigt (ich hatte rote Sneaker an, die ich wirklich mochte). Schließlich musste ich lachen und wir wurden Freunde. Seitdem heissen meine Füsse Daisy-Duck-Füsse, denn der Name passt perfekt. Ich habe kleine breite Füsse, nicht ganz, aber doch etwas rund. Offiziell bestätigt wurde das beim Kauf von Laufschuhen als der Verkäufer nach dem Messen meiner Füsse mitleidig guckte und ins Lager ging, um nach breiter geschnittenen Modellen zu suchen. 

Natürlich gibt es Probleme, die wesentlich schlimmer sind, die tatsächlich Probleme sind, aber wirklich hübsche, schmale Schuhe zu tragen ist mit Daisy Ducks Füssen nicht drin. Keine hochhakigen Riemchensandalen, keine spitzen Pumps, überhaupt nichts was irgendwie schmal zuläuft und/oder tief ausgeschnitten und/oder mit Riemchen über dem Fussrücken verbunden ist – bei Louboutins bin ich nicht nur finanziell raus. Wenn ich es mit solchen Schuhen versuche, leide ich Höllenqualen. Es heisst zwar, wer schön sein will muss leiden, aber nö, nicht für mich. Ich verbringe solche Abende damit, mit verkniffenem Mund auf den Boden zu starren und nicht daran zu denken, wie meine armen Füsse nachher wohl aussehen werden. Rohes Fleisch, ganz bestimmt, wenn sie nicht sofort abfallen. Unmöglich, sich dabei zu amüsieren. Unmöglich, dabei gut auszusehen. Unmöglich, dass ein Mann das sexy finden kann.

Zum Glück hat die Welt ein Einsehen und es gibt durchaus Schuhe, die ich tragen kann. Solche, die dafür sorgen, dass der Mann auf der Strasse einen entsetzen Blick auf meine Füsse wirft und „O je, du hast vergessen Schuhe anzuziehen!“ ruft. Birkenstocks, Modell Gizeh. Kindersandalen in Erwachsenengröße von Saltwater. Silberne Espandrilles. Ausgelatschte Ballerinas. Ich liebe all diese Schuhe, trage sie immer und zu allem, den ganzen Sommer lang, aber für gewisse Anlässe sind sie doch nicht das Richtige. Hochzeiten zum Beispiel. Und in 3 Wochen steht eine an, meine liebe Freundin K heiratet mit Kirche und allem. Oh oh, jetzt wird’s ernst. Ich hab‘ schon mindestens drei Dutzend Paare anprobiert und bin an allen gescheitert. Einmal sass eine Frau neben mir, die jammerte, dass ihr jeder Schuh vom Fuss fällt, weil sie so schmale Füsschen hat, während mir ein sehr schöner, perfekt zum Kleid passender spitzer Ballerina mit Fesselriemchen in dunkelblau-rosé an der grossen Zehe baumelte, weiter kam ich gar nicht erst rein. Grmpf. Vielleicht sollte ich mal bei Daisy anrufen und fragen, wo sie ihre runden Pumps kauft.

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Birkenstock-Füsse. Mit Essie-Nagellack „Watermelon“.

Alles nur geklaut

Ich liebe Coverversionen. Besonders solche, die sich völlig vom Original unterscheiden. Cover von Songs, die ich im Original nicht besonders mag. Zum Beispiel „You’re the one that I want“ in der Version von Angus & Julia Stone. Cover, die aus fröhlichen Songs tieftraurige Balladen machen. Wie Scott Matthew aus „I wanna dance with somebody“; und wie er bei dieser Live-Version alle zum Mitsingen bringt, herrlich. Durchgeknallte Versionen von Powerballaden. Wie „Total eclipse of the heart“ von Hurra Torpedo. Leider kann nicht garantiert werden, dass keine Haushaltsgeräte zu Schaden kamen. Dafür gibt es ein 1a-Maurerdekollete im Video.

 

 

 

 

 

Angefangen hat alles hiermit:

 

 

Biffy Clyros Version von Rihannas „Umbrella“, die mir mein Schwager einst gegeben hat. Danke dafür. Mein Schwager ist einer von den Guten!